Drei Website-Fehler, die Anfragen kosten — und wie Sie sie selbst prüfen
Die meisten Websites kleiner Betriebe verlieren Anfragen nicht wegen eines schlechten Designs, sondern wegen dreier sehr gewöhnlicher Fehler: Sie laden zu langsam, sie funktionieren auf dem Handy nur halb, und sie sagen dem Besucher nicht, was er als Nächstes tun soll. Keiner dieser Fehler fällt dem Inhaber selbst auf, weil er die eigene Seite am Schreibtisch öffnet, mit schnellem Internet und dem Wissen, wo die Telefonnummer steht. Dieser Artikel beschreibt jeden der drei Fehler, woran Sie ihn erkennen und wie Sie Ihre eigene Website in zehn Minuten darauf prüfen — ohne Fachwissen und ohne Agentur.
Welche Website-Fehler kosten die meisten Kunden?
Die teuersten Fehler sind die, die einen Besucher verlieren, bevor er überhaupt gelesen hat, was Sie anbieten. Drei Fehler erfüllen diese Bedingung fast immer:
- Zu lange Ladezeit — der Besucher sieht eine weiße Seite und geht zurück zu Google.
- Schwache Darstellung auf dem Handy — Text zu klein, Buttons zu eng, Telefonnummer nicht antippbar.
- Kein klarer nächster Schritt — der Besucher versteht nicht, was Sie tun, oder findet nicht, wie er Sie erreicht.
Alle drei wirken doppelt: Sie verlieren den Besucher, und Google wertet das Verhalten als Zeichen, dass Ihre Seite die Suchanfrage schlecht beantwortet.
Fehler 1: Warum kostet eine langsame Website Kunden?
Eine langsame Website kostet Kunden, weil Geduld im Netz in Sekunden gemessen wird. Nach einer Auswertung von Google und SOASTA aus dem Jahr 2017 steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein mobiler Besucher abspringt, um 32 Prozent, wenn die Ladezeit von einer auf drei Sekunden wächst — und um 90 Prozent bei fünf Sekunden. Google misst die Ladeerfahrung mit den Core Web Vitals und bewertet eine Seite als „gut", wenn der größte sichtbare Inhalt nach spätestens 2,5 Sekunden erscheint (LCP), die Seite auf eine Eingabe innerhalb von 200 Millisekunden reagiert (INP) und sich das Layout beim Laden kaum verschiebt (CLS unter 0,1). Die häufigsten Ursachen bei kleinen Betrieben sind immer dieselben: ein Titelbild mit mehreren Megabyte direkt aus der Kamera, Baukästen und Themes, die Dutzende Skripte für Funktionen laden, die niemand nutzt, eingebundene Fremd-Widgets wie Social-Media-Feeds und günstiges Hosting auf überfüllten Servern.
Selbsttest (3 Minuten): Öffnen Sie pagespeed.web.dev, geben Sie Ihre Adresse ein und schauen Sie auf den Reiter „Mobil", nicht auf „Desktop". Liegt der LCP-Wert über 2,5 Sekunden oder ist die Leistungsbewertung rot, haben Sie diesen Fehler.
Fehler 2: Woran erkenne ich eine schlechte mobile Website?
Eine schlechte mobile Website erkennen Sie daran, dass Sie sie mit einer Hand und ohne Zoomen nicht bedienen können. Das ist entscheidend, weil Google seit Juli 2024 alle Websites ausschließlich mit dem Smartphone-Crawler erfasst — die Handy-Version ist die Version, die rankt. Gleichzeitig laufen lokale Suchen wie „Elektriker Neubrandenburg" oder „Ferienwohnung Waren" überwiegend unterwegs. Typische Anzeichen:
- Text unter 16 Pixel, den man nur mit zwei Fingern vergrößert lesen kann.
- Zu kleine Tippflächen: Die WCAG 2.2 verlangen mindestens 24 × 24 Pixel, Apple empfiehlt 44 × 44 Punkte.
- Telefonnummer als reiner Text statt als Link, der direkt den Anruf startet.
- Seitliches Verrutschen der Seite, weil ein Bild oder eine Tabelle breiter ist als der Bildschirm.
- Pop-ups, die den Inhalt verdecken — Google stuft solche aufdringlichen Einblendungen auf Mobilgeräten ausdrücklich ab.
Selbsttest (3 Minuten): Nehmen Sie Ihr eigenes Handy, öffnen Sie Ihre Website über die Google-Suche und versuchen Sie, sich mit einer Hand innerhalb von zehn Sekunden selbst anzurufen. Gelingt das nicht, gelingt es Ihren Kunden auch nicht.
Fehler 3: Was ist ein klarer nächster Schritt — und warum fehlt er so oft?
Ein klarer nächster Schritt ist eine einzige, sichtbare Handlung, die ein Besucher ausführen soll — anrufen, schreiben, einen Termin anfragen — und die er ohne Suchen findet. Er fehlt so oft, weil viele Websites aus der Sicht des Betriebs geschrieben sind statt aus der Sicht des Suchenden. Wer nach einem Dachdecker sucht, will in wenigen Sekunden drei Dinge wissen: Was machen Sie? Wo? Und wie erreiche ich Sie? Eine Startseite mit der Überschrift „Herzlich willkommen auf unserer Homepage" beantwortet keine davon. Weitere typische Formen dieses Fehlers:
- Die Telefonnummer steht nur im Impressum oder ganz unten in der Fußzeile.
- Das Kontaktformular fragt zwölf Felder ab, obwohl drei reichen: Name, Telefon oder E-Mail, Anliegen.
- Fünf Buttons konkurrieren nebeneinander, sodass keiner auffällt.
- Nach dem Absenden kommt keine Bestätigung — der Besucher weiß nicht, ob seine Anfrage angekommen ist.
Wie stark lange Formulare bremsen, zeigt die Forschung zu Onlineshops: Laut Baymard Institute brechen 18 Prozent der Käufer einen Kauf ab, weil der Bestellvorgang zu lang oder zu kompliziert ist. Bei einer Anfrage an einen Handwerker ist die Hemmschwelle nicht höher.
Selbsttest (4 Minuten): Zeigen Sie Ihre Startseite einer Person, die Ihren Betrieb nicht kennt, fünf Sekunden lang auf dem Handy. Dann nehmen Sie das Handy weg und fragen: Was bietet dieser Betrieb an, wo, und wie würden Sie Kontakt aufnehmen? Drei richtige Antworten bedeuten: bestanden.
Wie prüfe ich meine Website auf alle drei Fehler?
Die folgende Übersicht fasst die drei Selbsttests zusammen. Zusammen dauern sie etwa zehn Minuten und brauchen nur Ihr Handy und einen Browser.
| Fehler | Selbsttest | Zielwert | Häufigste Ursache |
|---|---|---|---|
| Langsame Ladezeit | PageSpeed Insights, Reiter „Mobil" | LCP ≤ 2,5 s | Riesige Bilder, Baukasten-Skripte |
| Schwache Handy-Ansicht | Mit einer Hand selbst anrufen | Anruf in ≤ 10 s | Kleine Schrift, Nummer nicht antippbar |
| Kein nächster Schritt | 5-Sekunden-Test mit einer fremden Person | 3 von 3 Fragen richtig | Willkommens-Überschrift, versteckter Kontakt |
Notieren Sie die Ergebnisse. Sie sind gleichzeitig die beste Grundlage für ein Gespräch mit jeder Agentur: Wer Ihnen eine neue Website anbietet, sollte erklären können, wie genau diese drei Werte danach aussehen.
Muss ich für diese Fehler gleich eine neue Website bauen lassen?
Nicht unbedingt — ein Teil lässt sich reparieren, ohne alles neu zu machen. Zu große Bilder zu komprimieren, die Telefonnummer als Anruf-Link einzurichten, die Überschrift der Startseite umzuschreiben und das Formular auf drei Felder zu kürzen, sind Arbeiten von Stunden, nicht von Wochen. Ein Neuaufbau lohnt sich dann, wenn die Ursache im Fundament liegt: wenn ein Baukasten oder ein überladenes Theme selbst die Ladezeit verursacht, wenn die Seite technisch nicht mobil angepasst werden kann oder wenn die Struktur keine eigenen Seiten für Ihre Leistungen zulässt. Dann kostet jede Reparatur Geld, ohne das Problem zu lösen. Ich sage Ihnen im Erstgespräch offen, welcher der beiden Fälle bei Ihnen vorliegt — auch wenn die Antwort „reparieren reicht" lautet.
Wie vermeidet Vias Media diese drei Fehler?
Indem jede Website von Hand als schlankes, statisches HTML geschrieben wird, statt in einem Baukasten zusammengeklickt. Es werden nur die Skripte geladen, die die Seite tatsächlich braucht, Bilder werden in modernen Formaten wie WebP in passender Größe ausgeliefert, und die Seite wird zuerst für das Handy gebaut und erst dann für den großen Bildschirm. Jede Website wird vor dem Launch auf echten Handybreiten geprüft, einschließlich Safari auf dem iPhone. Die Telefonnummer ist auf jeder Seite ein Anruf-Link, und jede Seite hat genau einen Hauptweg zur Anfrage. Beim Heizungs- und Klimabetrieb Eagle Air HVAC ergab das einen Lighthouse-Performance-Wert von 98 von 100 — und doppelt so viele Anfragen wie vor dem Relaunch. Wenn Sie beim Selbsttest an einer Stelle hängen geblieben sind, melden Sie sich für einen kostenlosen Website-Check. Ich zeige Ihnen, welcher der drei Fehler Sie gerade am meisten kostet.